02.04.2025

Erfolgsgeschichten aus der Talentschmiede

Interviews: Bianca Braun – Foto: Shutterstock_Pickadook
Rund 400 Berufsleute haben seit 2012 die höhere Fachprüfung zum/zur Leiter/-in Gemeinschaftsgastronomie absolviert. Der entsprechende Lehrgang ist eine echte «Talentschmiede» und ein Sprungbrett für die weitere Karriere – auch für Adrian Beutler. Er blickt für uns zurück auf die Ausbildung und lässt uns daran teilhaben, wie sie ihn geprägt und seine weitere Laufbahn beeinflusst hat.
Pickadook

Wie nachhaltig war für Sie die Ausbildung?
Wenn man sich in unserer Branche entwickeln will, kommt man um die HFP nicht rum. Ich denke, der grosse Mehrwert dieser Ausbildung liegt in der Vielfältigkeit und der Vertiefung der jeweiligen Fächer. Die Ausbildung wirkt für mich nachhaltig, weil das erworbene Wissen mit dabei hilft, bereichsübergreifend zu arbeiten. Auch ist sie ein Meilenstein auf dem Weg an eine Fachhochschule – wie in meinem Fall. Ich konnte mit einem NDS in Unternehmensführung auf der Ausbildung aufbauen. Dies wiederum war das Eintrittsticket and die Fachhochschule in Zürich (Institut für angewandte Psychologie), wo ich Leadership und Coaching studieren konnte. Zurzeit bin ich im CAS Arbeits- und Organisationspsychologie. Dies wäre ohne HFP gar nicht möglich gewesen.

Warum – und mit welchem Ziel – haben Sie sich für diese Ausbildung entschieden? Und liess sich dein Ziel erreichen?
Mit gerade mal 27 Jahren war ich damals sehr jung für diese Ausbildung – und sehr stolz darauf, zugelassen worden zu werden. Vielleicht wollte ich mir und anderen etwas beweisen. Schon als Lernender habe ich in der alten Auflage des Pauli auf den letzten Seiten die Fotos der Fachpersonen angeschaut, die am Lehrbuch gearbeitet haben. Die hatten fast alle eine HFP, und ich hatte einen riesigen Respekt. Eine HFP abgeschlossen zu haben, war für mich der Inbegriff für Erfolg. Für mich war immer klar: Wenn ich in der Branche etwas bewegen will, führt kein Weg an einer HFP vorbei.

Was vom in der Ausbildung Gelernten wenden Sie heute noch an?
Das vertiefte Finanzwissen kommt mir heute noch zugute – aber auch das Fachwissen in den Bereichen Betriebsplanung und Einrichtung. Und nicht zuletzt habe ich mir Fähigkeiten im Bereich Leadership und Teamentwicklung angeeignet – damals wurden die Grundlagen geschaffen, die ich später an der Fachhochschule vertiefen konnte.

Welches ist Ihre schönste Erinnerung an die Ausbildungszeit
Wir waren eine tolle Klasse! Ich konnte sehr viel von den anderen Teilnehmenden lernen. Viele Kontakte sind bis heute geblieben. Die Betriebsbesuche und die praktischen Experimente im Bereich Teamdynamik sind mir bis heute in Erinnerung.

Was war Ihre grösste Herausforderung während der Ausbildung?
Da ich sehr jung war hatte ich noch nicht so viel praktische Erfahrung, und somit galt ich ein bisschen als Theoretiker in der Klasse und musste mir den Respekt der anderen erst erarbeiten. Mit der Zeit habe ich mir aber ein grosses Fachwissen angeeignet. Ich muss aber zugeben, dass ich immer ein bisschen unsicher war, zumal ich einen riesigen Respekt vor der Ausbildung hatte

Welche berufliche Funktion hatten Sie während der Ausbildung inne – und welche heute?
Ich war damals Sous-Chef in einem kleinen Alters- und Pflegeheim mit rund 12 Mitarbeitenden. Heute bin ich Stv. Leiter Gastronomie und für über 50 Mitarbeitende verantwortlich.

 

 

Adrian Beutler
Stellvertretender Leiter Gastronomie/Leiter Küche
Spital STS AG, Thun

Seit 2012 führt Hotel & Gastro formation die Diplomausbildung Leiter/Leiterin Gemeinschaftsgastronomie durch. Der 1980 vom Schweizer Verband für Heim-, Spital- und Gemeinschaftsgastronomie SVG initiierte Lehrgang ist eine Erfolgsgeschichte. Die Ausbildung besteht aus sechs Modulen und dauert rund anderthalb Jahre. Acht Absolventinnen und Absolventen erzählen in loser Folge, wie die Ausbildung sie geprägt und sie in ihrer Karriere weitergebracht hat.