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Die Plattform Switzerland Hospitality Financing soll Betriebe aus Gastgewerbe und Tourismus unkompliziert mit Geldgeberinnen und Geldgebern vernetzen. Gründer Jonas Schäfer erklärt, wie das Ganze funktioniert.
Interview: Simone Knittel – Fotos: Branislav Nenin – Shutterstock.com / z. V. g
Veröffentlicht: 27.04.2023

«Die bisherigen Prozesse sind nicht einheitlich und unübersichtlich.»

Warum braucht es in der Schweiz eine Vernetzungsplattform wie Switzerland Hospitality Financing?
Jonas Schäfer:
Die Initialzündung war ein eigenes Erlebnis, als ich im Dezember 2021 mit meiner Partnerin ein Pop-up in Luzern eröffnen wollte. Das vermeintlich simple Konzept auf Zeit – ein Kaffee mit Hefegebäck – erwies sich für uns aufgrund der Kosten von einigen zehntausend Franken als nicht tragbar. Wir waren nicht bereit, so viel aus der eigenen Tasche zu investieren. Dafür kam die Idee auf, dass es doch möglich sein müsste, sich unkompliziert über potenzielle Kredite für ein solches Vorhaben zu informieren und für Finanzierungshilfen bewerben zu können.

Was macht den Prozess bisher unattraktiv?
Es gibt viele verschiedene Anlaufstellen, deren Prozesse nicht einheitlich und zudem unübersichtlich sind. Aber wir möchten nicht nur die Prozesse vereinfachen und über bestehende Finanzierungsarten informieren, sondern auch interessierte Investoren und Investorinnen, Kredit- oder Förderinstitute an Bord holen und so mehr Möglichkeiten schaffen. Wir haben die Zielgruppe für unsere Plattform mit dem Begriff Hospitality, der die Branchen Gastronomie, Hotellerie und Tourismus umfasst, betont breit gehalten. Die Schwelle für verschiedene Arten von Projekten ist bewusst tief angesetzt, sodass verschiedene Initiantinnen und Initianten Anträge stellen können: Das kann eine erste Idee für ein Start-up sein, aber auch ein voll ausformulierter Businessplan.

Ihre Plattform ging vor Kurzem live, wie sieht es denn bis jetzt aus mit dem Angebot an Projekten respektive an Finanzierungspartnerschaften?
Da wir erst losgelegt haben, stehen wir definitiv noch am Anfang. Es haben sich bereits einige Initianten und Initiantinnen für Projekte gemeldet, zudem sind wir auch mit Investoren und Investorinnen, Banken und Förderinstituten in Kontakt. Viel Gewicht haben wir aber bereits bei unseren Beratungspartnerschaften. Die Möglichkeit, sich bei fehlendem Know-how auf einfache Art und Weise Unterstützung im Bereich der Finanzierung zu holen, ist ein weiterer Vorteil unserer Plattform. Vielen Betrieben fehlt es an entsprechendem Wissen. Hier arbeiten wir schon mit vielen namhaften Unternehmen zusammen und wollen den Bereich noch ausbauen. Ausserdem arbeiten wir in verschiedensten Bereichen mit mehreren Schweizer Hotelfachschulen zusammen.

Jonas Schäfer gehört zu den Gründern von Switzerland Hospitality Financing-

Wie sieht denn konkret der Ablauf aus, beispielsweise für einen neuen Betrieb, der ein Konzept einreichen möchte?
Interessierte Betriebe erstellen einen Account auf unserer Website und erfassen ihren Antrag. Von unserer Seite stellen wir ein sogenanntes Brain, das aus Branchenprofis besteht, die eine erste Einschätzung dazu abgeben, ob sich für das Projekt beispielsweise ein Kredit lohnen würde, eine Start-up-Förderung oder ob es ein Crowdfunding braucht. Der Antragsteller oder die Antragstellerin entscheidet dann, welche Richtung er oder sie einschlagen möchte. Anschliessend schauen wir, welche Unterlagen für eine Vernetzung notwendig sind. Hier können wiederum die Beratenden zum Einsatz kommen. Sobald alle Unterlagen da sind, stellen wir eine Vernetzung her. Die anschliessenden Verhandlungen laufen dann ausserhalb der Plattform.

Warum ist jetzt ein guter Zeitpunkt fĂĽr die Lancierung der Plattform?
Seit der Covid-Pandemie, aber auch im Zusammenhang mit anderen Entwicklungen, gibt es in der Branche vor allem bei kleinen und mittleren Betrieben einen grossen Investitionsstau. Neue Ideen wären da, viele Betriebe müssten dringend sanieren, aber das Geld fehlt. Wir hoffen, dass wir mit der Plattform unkompliziert Abhilfe schaffen können. Die Nachhaltigkeit ist übrigens ebenfalls ein wichtiger Treiber: Für mich ergibt es viel mehr Sinn, Bestehendes weiterzuentwickeln oder zur erneuern als immer wieder alles abzureissen und neu aufzubauen.

Switzerland Hospitality Financing ist eine Vernetzungsplattform mit Fokus auf die Hospitality-Branche. Die Plattformgründer Jonas Schäfer und Ramun Hofmann möchten die Finanzierungshilfe für Projekte in der Gastronomie, der Hotellerie und dem Tourismus vereinfachen. In diesem Sinn bringen sie Initianten und Initiantinnen von Projekten mit Investoren, Banken oder Förderinstituten sowie mit Beraterinnen und Beratern in Kontakt. Die Plattform wird unter anderem durch den Hospitality Booster von Hotelleriesuisse und das Next Generation Format des Swiss Economy Forums unterstützt. Weitere Informationen gibt es auf der Website. 
the-hofi.ch



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