Kelle statt Knarre

Was die Armee Spitzensportlern ermöglicht, bietet sie nun auch ambitionierten Jungköchen an: eine speziell auf Talentförderung zugeschnittene Rekrutenschule.
Text: Virginia Nolan – Foto: z.V.g.
Veröffentlicht: 12.01.2021
Auch die Wiederholungskurse leisten Absolventen der Truppenkoch-RS im Dienst der Kulinarik – etwa als Mitglied des Swiss Armed Forces Culinary Teams oder der Junioren- beziehungsweise Nationalmannschaft des Schweizer Kochverbands.

«Die Idee ist, dass junge Berufsleute sich im Militärdienst handwerklich weiterentwickeln können.»

Nach einem erfolgreichen Pilotprojekt im Vorjahr startet im kommenden Frühling die erste Rekrutenschule (RS) für selektionierte Truppenköche, ein Bildungsangebot, das der Schweizer Kochverband (Skv) und das Ausbildungszentrum Verpflegung der Armee gemeinsam konzipiert haben. Drei junge Männer und Frauen pro Rekrutenschulkurs werden in Zukunft die Gelegenheit haben, ihren Armeedienst im Rahmen der militärischen Kulinarik zu leisten. Nach einer militärischen Grundausbildung verbringen die Jungköche den Rest der Rekrutenschule im Ausbildungszentrum Verpflegung. Dort sollen sie ihre handwerklichen Fähigkeiten vertiefen, im Bereich Verpflegung Erfahrungen sammeln und in der Gemeinschaftsgastronomie ausgebildet werden.

«Auf dem Programm stehen etwa hausinterne Weiterbildungen bei ausgewiesenen Kochprofis, von denen viele über Wettbewerbserfahrung verfügen», sagt Reto Walther, Geschäftsführer des Skv. «Viele Ausbildungssequenzen widmen sich Inhalten, die in der beruflichen Grundbildung heute zu kurz oder nicht mehr vorkommen, etwa der Fleischzerlegung oder -reifung.» Man wolle den Jungtalenten zudem einen Blick über den Tellerrand vermitteln, sagt Walther, und so gehörten auch Weiterbildungen bei zivilen Partnern der Lebensmittelbranche zum Pflichtenheft der Koch-Rekruten. «Die Idee ist, dass die jungen Berufsleute sich im Militärdienst handwerklich weiterentwickeln können und als Küchenprofis ein tieferes Verständnis für die ganze gastronomische Wertschöpfungskette erlangen», sagt Walther.

Auch die Wiederholungskurse, zu denen Wehrpflichtige nach abgeschlossener Rekrutenschule regelmässig antreten müssen, stehen für Absolventen der Truppenkoch-RS im Zeichen ihres beruflichen Handwerks. Bei ihren Einsätzen richten sie beispielsweise Staatsbankette aus oder wirken bei Trainings und Veranstaltungen des Swiss Armed Forces Culinary Teams oder der Junioren- beziehungsweise Nationalmannschaft des Schweizer Kochverbands mit. «Je nach Alter und Leistungen werden die Teilnehmer in eines der drei Teams aufgenommen», sagt Walther, «dabei können sie sich ihr Engagement für die Mannschaft jeweils als Dienstzeit anrechnen lassen.» Damit fungiere der neu konzipierte Militärdienst als wichtige Stütze für die Wettkampf-Kulinarik in der Schweiz, sagt Walther: «Ein Engagement auf diesem Niveau ist für Jungköche viel attraktiver, wenn sie ihre Karriere- und Wettbewerbsambitionen mit dem Militärdienst verbinden können, statt sich dafür zusätzlich Zeit freischaufeln zu müssen.» Die Aussicht auf eine kulinarisch orientierte Rekrutenschule inklusive Talentschmiede hat, wer vom zuständigen Gremium aus Mitgliedern des Skv und des Ausbildungszentrums Verpflegung zum «selektionierten Truppenkoch» gewählt wird. Interessierte können sich online bewerben, zugelassen sind nebst Köchen mit abgeschlossener Grundbildung auch Absolventen einer Metzger-, Bäcker- oder Konditorlehre.

Mehr Informationen zur Rekrutenschule für selektionierte Truppenköche sowie das Bewerbungsformular finden sich hier. 



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