«Meine Leistungen sind messbar»

Janis Weber befindet sich im zweiten Lehrjahr der Kochausbildung. Seinen Lehrbetrieb kennt er nur im Pandemiemodus. FĂŒr das Videoprojekt #SVGfuture will der 18-JĂ€hrige zeigen, wie die Restaurants der Swiss Re funktionieren, wenn es kein Covid-19 gĂ€be.
Interview und Foto: Tobias Hüberli
Veröffentlicht: 08.02.2022 | Aus: Salz & Pfeffer 1/2022

«SpÀtestens im K2 hole ich das mit dem Anrichten nach.»

Wieso wollten Sie Koch werden?
Janis Weber: Es gefĂ€llt mir, mit Lebensmitteln zu arbeiten. Und ich esse gerne. Vor allem aber konnte ich mir nicht vorstellen, den ganzen Tag in einem BĂŒro vor dem Computer zu sitzen. Als Koch sind meine Leistungen messbar. Ich sehe jeden Tag, was wir produzieren und wie viele GĂ€ste wir bewirten.

Nach einem Schnuppertag bei der Swiss Re legten Ihnen die Verantwortlichen nahe, noch in der Restauration zu schnuppern. Wieso entschieden Sie sich fĂŒr eine Kochlehre in der Gemeinschaftsgastronomie?
Die À-la-carte-Gastronomie fand ich auch sehr spannend. Letztlich gaben die Arbeitszeiten den Ausschlag. FĂŒr die klassische Restauration hĂ€tte ich meine Hobbys Fussball, Judo und Panflöte aufgeben mĂŒssen.

Und, sind Sie zufrieden mit Ihrer Wahl?
In der Berufsschule und in den Überbetrieblichen Kursen merke ich, dass ich punkto Anrichten weniger stark bin als meine Kollegen aus der Restauration. Wir arbeiten in anderen Dimensionen, im Schnitt verpflegen wir 900 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter pro Tag. DafĂŒr haben wir aber auch drei verschiedene Lokale. Das Selbstbedienungsrestaurant K1, das bediente, auf 80 GĂ€ste ausgelegte Casual sowie das Gourmetrestaurant K2 fĂŒr die Kunden von Swiss Re. Super finde ich, dass wir Lehrlinge in allen Betrieben reinschauen und arbeiten dĂŒrfen. SpĂ€testens im K2 hole ich das mit dem Anrichten nach.

Sie starteten Ihre Lehre im August 2020, mitten in der Pandemie. Wie war das?
Im Sommer war ja alles fast normal. Mit der Homeoffice-Pflicht ab Februar 2021 mussten wir umstellen. Das K1 wurde geschlossen, stattdessen produzierten wir Suppe und warme Sandwiches zum Mitnehmen. Wir hatten plötzlich viel weniger zu tun, das war auch etwas schwierig. DafĂŒr absolvierten wir viele Kurse. Neben den Grundzubereitungsarten lernten wir zum Beispiel auch, wie man ein Poulet tranchiert, Fleisch bindet oder Sushi herstellt.

Wenn Sie auf die ersten zwei Lehrjahre zurĂŒckschauen: Was war fĂŒr Sie schwierig?
Corona machte mir anfangs zu schaffen, privat wie auch im GeschĂ€ft. Ich hatte zu viel Zeit und konnte auch meine Hobbys nicht mehr ausĂŒben. Nach einigen Wochen hatte ich mich aber organisiert. Dann ist meine GlutenunvertrĂ€glichkeit fĂŒr einen Koch nicht immer von Vorteil. DafĂŒr interessiere ich mich aber ĂŒberdurchschnittlich fĂŒr die Inhaltsstoffe von Lebensmitteln, was mir wieder zugutekommt.

FĂŒr das Projekt #SVGfuture produzieren Sie ein Video. Worum soll es gehen?
Das Video drehe ich mit Gia Bruppacher. Sie befindet sich im ersten Lehrjahr zur Fachfrau Systemgastronomie und wird als meine Regisseurin agieren. Ein genaues Script haben wir noch nicht entworfen, aber mein Ziel ist es, zu zeigen, wie die Restaurants der Swiss Re funktionieren, wenn keine Pandemie herrscht.

Wie gehen Sie vor?
Wir werden wohl mit dem Handy filmen und das Video, wenn möglich, auch auf dem Handy zusammenschneiden. Ich muss mich da zuerst noch schlau machen, wie das genau geht. Aber Sorgen mache ich mir keine. Und meine Àltere Schwester hat mir schon Hilfe angeboten, sollte ich nicht weiterkommen.

Was haben Sie nach der Lehre vor?
Einerseits die BerufsmaturitĂ€t, andererseits die Rekrutenschule. Und dann wĂŒrde ich gerne ins Ausland gehen, abwechselnd reisen und arbeiten. Da ich in einer Talentklasse bin, kriege ich bereits vorher, im dritten Lehrjahr, die Möglichkeit, wĂ€hrend zwei Wochen in einem Restaurant im Ausland zu arbeiten. Darauf freue ich mich.

Der Videowettbewerb #SVGfuture des Schweizer Verbands fĂŒr Spital-, Heim- und Gemeinschaftsgastronomie (SVG) richtet sich explizit an die NachwuchskrĂ€fte der Branche. Diese sollen ihren Lehrbetrieb in einem spannenden ein- bis zweiminĂŒtigen Videobeitrag vorstellen. Weitere Infos zum Wettbewerb gibts in dieser Ausgabe ab Seite 46 oder online.
future.svg.ch



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